Canines Herpesvirus

Das canine Herpesvirus ist ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus, das weltweit in Zwingern vorkommt. Bei Tieren aus Einzelhaltungen kommt der Erreger dagegen kaum vor. Nach einer Infektion über den Nasen-Rachen-Raum verläuft die Infektion bei der Mehrzahl der Tiere ohne erkennbare klinische Symptome.

Bei trächtigen Hündinnen kann das Virus in seltenen Fällen Aborte, Totgeburten oder die Geburt lebensschwacher Welpen (so genanntes Welpensterben) verursachen.

Ähnlich wie Herpesviren anderer Tierarten neigt auch das canine Herpesvirus dazu, sich in bestimmte Gehirnnerven zurückzuziehen. Dadurch kommt es zu einer so genannten latenten Infektion, die durch Stress oder die Gabe von Kortison reaktiviert werden kann. Die Tiere scheiden dann das Virus über verschiedene Sekrete aus und stellen eine Infektionsquelle für andere Tiere dar.

Welpen nicht immuner Hündinnen können sich bereits in der Gebärmutter (intrauterin) und während der Geburt anstecken. Das Erkrankungsrisiko ist während der 1.-3. Lebenswoche am höchsten, da der Welpe seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren kann und das Virus sich bei leicht „unterkühlten“ Bedingungen am schnellsten vermehrt. Je jünger die Tiere, desto akuter und schwerwiegender ist der Verlauf.